• Startseite
  • 1) direkt auf den Bahamas chartern wäre gut, geht aber noch nicht.
  • 2) wunderschöne clips

LINKs

AOPA - Bahamas

Privat Pilot Guide for the Bahamas

Private Flying in the Bahamas

eAPIS Personen in and out

info(at)bahamasflyer.com

VOGELFREI

Ein alter Traum, endlich mal mit seinem Liebsten ganz alleine die Bahamas per Cessna zu erfliegen. Man hört und sieht so viel davon, aber die Wirklichkeit ist eigentlich unbeschreiblich schön, eher wie ein Traum. Die Sorgen für das gesamte Unternehmen sind nicht von ungefähr, aber mit einiger Maßen guter Vorbereitung wirklich kein Problem.
Vorab, die besten Anleitungen, Tips und Hinweise kamen von der AOPA, dafür allein lohnt sich die Mitgliedschaft. Schließlich geht es nicht nur mit der Einmot über den Ozean, sondern um US Immigration aus dem „Drogenland“ und zweimal über die ADIZ. Wer kennt sie noch, die Abschirmung des Westens vor dem Rest der Welt, entlang der DDR-Grenze damals? Die „Air Defense Identification Zone“, die Verteidigungslinie des Westens liegt entlang Floridas zwischen den Bahamas und es kann sehr teuer werden, hier von den Militärjets vom Himmel „gebeten“ zu werden, was angeblich auch dutzende Male pro Jahr passiert. In der Cessna 172SP Checkliste gibt es auf der Umschlagseite dazu die Anweisungen von Militärflugzeugen mit Beschreibungen der Manöver, deren Bedeutungen und den geforderten Bestätigungszeichen.
Also mit dem Besorgen eines Flugzeugs geht´s eigentlich erst los. In Florida sind die Flugplätze zwar wie eine Perlenkette entlang der Küste prachtvoll aufgereiht, aber einen Vercharterer für die Bahamas zu finden war schwerer als gedacht. „Machen wir nicht, keine Versicherung, keine DECAL = Flugzeug-Zollzulassung für den Verkehr zwischen den USA und Bahams“. Ausserdem war Miami oder Ft. Lauderdale nicht so interessant, um sich mit dem Verkehr dort warm zu fliegen, also ging die Suche an der Küste entlang. Freunde waren schon vor Jahren auf der gleichen Suche und auch erst im 3 Autostunden nördlichen Sebastian fündig. Angebote gab es dort auch im nördlicheren Titusville (Cape Canaveral, immer eine Reise wert), Merrit Island, Jeannies alte TV-Heimat, oder eben dieses unbekannte X59 Valkaria Airield. Wir entschieden uns für PI AERO MANAGEMENT in Valkaria, knapp über Sebastian, ein „kleiner“ Platz, aber mit drei für Florida üblich großen Bahnen, ohne Kontrolle, wo man herrlich üben kann, ganz so wie einem der Schnabel gewachsen ist. Der Vercharterer ist ein kleines, privates, aber professionelles Unternehmen mit kompetentem, jungen Instructor Nate und guter persönlicher Betreuung. Einige gute Tips für´s Bahamasfliegen waren wichtig und haben sich allerbestens bewährt.
Das Mietauto von MIA kostete für die Woche etwa 170$, also einer der kleineren Posten, um die Küste rauf und runter zu bummeln, evtl. noch ein paar Besuche einzulegen, sich unterwegs mit dem fehlenden Material einzudecken, und es dann am Flugplatz für die Rückfahrt zu parken. Apropos, das Kartenmaterial für die Bahamas (WAC 25+26 1:1mio, Sectionals in 1:500tsd gibt es nicht für die Bahamas) sollte man sich tunlichst vorher per Internet besorgen. Es gibt immer weniger Schulen und Pilotshops, die sich das ans Lager legen, zumal meist mit Tablets und den kostenlosen amerikanischen Charts gearbeitet wird. Wir hatten das versäumt, weil wir auch mit online Material planten (altem AirNavPro und www.Skyvector.com. Mit Mühe fanden wir den Händler Banyan in Ft Lauderdale, und hatten das Glück, dort druckfrische, 1 Stunden alte Karten fürs neue Jahr zu bekommen. Ganz wichtig auch der dicke bunte Flight-guide für die Bahamas mit allen Plätzen, Beschreibungen und tollen Tips, z.B. wo man seine Schnorkel und Schwimmflossen direkt nach dem Full Stop anlegen kann.
Vorausgebucht hatten wir eine Rettungsinsel und life vests, die übrigens keiner der Vercharterer hatte. Dazu legten wir einen Stop bei den Piper Werken in Vero Beach bei Sun Aviation ein, um die vom Vercharterer reservierten Teile abzuholen. 120,- für die Rettungsinsel und 80,- für die 2 eingeschweißten Westen. „Wir müssen die Westen ja aufreißen und über weites Wasser vor Flugbeginn anziehen?“ Erwähnten wir, so wie gelernt. „NO NO, dann wird das sehr teuer, um sie wieder herrichten zu lassen“. O.K. - eigentlich wollten wir doch alles mal richtig machen, und suchten nach Möglichkeiten wie wir es vom Alaska floatplane Training kannten, wo die Westen mit den eingebauten Floateinheiten quasi den ganzen Tag getragen wurden. „West Marine“ wurde empfohlen, ein paar Meilen gleich um die Ecke, ein Bootsausstatter. Guter Beitrag! Für 80 - 110$ gab es dort kleine feine, wenig schwitzige Rettungswesten, die sowohl auf manuelles als auch auf selbstständiges Aufblasen eingestellt werden konnten.
Und dann gab es immer noch den Albtraum beim Notwassern in der Panik Luftnot zu bekommen. Es gab doch jene James Bond Not-Atempatronen die wir immer schon mal haben wollten. Via web fanden wir heraus, dass es quasi nur einen Anbieter für diese Art gibt: „Spare Air“ SET Notflaschensystem 0,4L (www.spairair.com), das mittlerweile zur Standard-Notausrüstung der U.S. Navy, der Royal Navy und der Bundeswehr gehört. Einige Minuten kann damit geatmet werden. „Don´t go down without it“ wird dem Taucher empfohlen. Wir probierten das später im Motel-Pool, es wirkte einfach überzeugend, und war trotz der Größe leicht, nur zwischen den Zähnen zu halten. Man kann es ohne Probleme aus dem Mund nehmen und „weiterreichen“. Das im Schwimmbad zu üben macht Spaß und sicherer, besonders auch mit der Tauchermaske, die natürlich mit an der Weste hängen sollte, um im Fall der Fälle auch was sehen zu können, und die unter Wasser auch mal ausgeblasen werden muss. Zuhause wird das Set mit Allem drum und dran (ohne Tauchmaske) für etwa 350 € angeboten, in Miami fanden wir es in einem Shop für 250 und kauften noch gleich zwei schöne Tauchermesser für die Wadenhalterung, um sich im Fall der Fälle auch von Gurten o.ä. befreien oder Verklemmtes aufhebeln zu können. Achtung: für den Transport via Airline muss die SpairAir Flasche entleert werden, und mit abgenommenem Kopf verpackt sein, und später vor Ort im Tauchershop wieder gefüllt werden. Dann fanden wir noch Rauchmasken bei Banyan für etwa 20 $, um im Fall der Rauchentwicklung den Kopf und die Augen zu schützen und gefiltert atmen zu können.
Aus Hochachtung vor den Risiken mit der ADIZ und den strengen Zollregeln, wollten wir unseren Checkflug eigentlich so einrichten, dass der Instructor uns einmal nach Freeport und zurück begleitet, um die Formalitäten und Routinen über die Grenzen hinaus zu praktizieren. Zeitlich wäre das noch als Trainings- uns Checkoutflug zu rechtfertigen, und wir kamen ja um zu fliegen. Doch „leider“ war dieser Donnerstag total verregnet, so daß wir den Checkout auf den folgenden Abreisetag morgens zwischen 7 und 8 legten. Um so gewissenhafter sollten Flugvorbereitung und Flugplan sein:
Um in den USA N-registrierte Flugzeuge fliegen und chartern zu können braucht man bekanntlich:
die validierte US licence passend zur deutschen Lizenz
gültiges medical und
restricted radiotelephone Operator Permit limited use
Das ist Paperwork mit monatelanger Planung, aber darüber hinaus ohne große Hindernisse, und es gilt immer noch unegrenzt, im Gegensatz z.B. zu Australien oder Südafrika.
Für den Flug von und zu den Bahamas benötigt man neben den genannten Pflichten fürs Flugzeug, und neben dem gültigen Pass mit Visa oder ESTA für die USA ein rechtzeitig angemeldetes eAPIS das ähnlich einem Flugplan mit Mann und Maus  für den Zoll online angemeldet wird. Nichts schwieriges, eher sinnvolles, aber es muss zuverlässig gemacht werden. Die AOPA hat dazu ein super plausibles online Video.
Wir haben uns vorher in dem von uns ausgewählten intern. Rückkehr-Zollamt am Flugplatz St. Lucie Fort Pierce noch einmal persönlich vergewissert, was wie gemacht werden muss, wenn wir von den Bahamas hierher zurück kommen, um bloß nichts falsch zu machen. Genau so wie die AOPA und unser Vercharterer es schilderten: eAPIS rechtzeitig online anmelden plus eine Stunde vor Ankunft telefonisch die Ankunft mit dem Zollamt am Platz zeitnah absprechen und sich die Initialien des auskunftgebenden Beamten notieren. Dazu kam noch die persönliche Frage an den Zollbeamten aufgrund der landläufigen Ideen: „was passiert, wenn jemand auf den Inseln Drogen in unserer Maschine irgendwo in den technischen Öffnungsluken versteckt? Können wir den Zoll vorher bitten, danach zu suchen, bevor wir womöglich als schuldig erklärt werden?“ Die Antwort des „Homeland Control Officers“ war recht knapp „NO, das habe ich ja noch nie gehört“...
An Groundschool gab es nicht viel, die WAC´s (World Aeronatical Charts) sind selbsterklärend, lediglich der andere Masstab 1:1Mio muss mit der Fingerbreite abgestimmt werden. In den Bahamas gibt es nur eine Frequenz für alle Plätze ausgenommen Nassau und Freeport mit den einzigen Kontrollzonen. Die lokale Frequenz zum Aktivieren des Flugplans nach dem Startflugplatz war  wichtig. Entlang der Küste bis zum kürzesten Rüberflug“ gab es nur wenige Kontrollzonen, die einfach „untergangen“ werden konnten. Dave´s knappe Tips waren viel wichtiger: „geht nicht zum Nächsten (Westport oder Freeport) da gibt´s nichts. Zum Rein- und Raus-Checken ist Marsh Harbour ideal, und zwar dort die hintere „Cherokee“ FBO, links vom Hauptterminal von der Bahn aus gesehen. Freundliche und hilfsbereite Zöllner mit bestem Service und Hilfestellung.
Beim Hinflug vom Festland mit Flugplan und dem wichtigen eAPIS gibt´s nichts weiteres, aber beim Rückflug auf jeden Fall vorher Zoll und Flugplan mit Miami Center vom Boden aus sowohl online als auch anrufen, und auf jeden Fall vor Kreuzung der ADIZ in 6000 Fuß einen Transponder Code von Miami-Oceanic oder Center erhalten, sonst kommen die Jäger, und das kann mal 5000,- $ kosten.
Es gibt nur wenig teures Internet und noch kein mobiles ! ! Aber genügend Tankstellen, doch besser vorher anrufen. In Sachen Benzinpreise gab es einen kleinen Tropfen Wehrmut: Das Angebot fürs Flugzeug galt „naß“, incl. Benzin, aber bei einem US Preis von ~4$/Gal. Auf den Bahamas kostet die Gallone aber etwa 6$, verteuert die Kiste bei 10 Gallonen pro Stunde etwa um 20$/h. Aber wen störts bei unseren Europapreisen, obwohl die Preise in Europa damit „nur noch“ doppelt so hoch sind. Die Preise Anfang 2016 lagen für eine Cessna 172SP naß bei ~130 bis 160 $ für mindest 3h pro Tag, und man will bei Unterschreitung der täglichen Stunden den vollen „naß“ Preis dafür kassieren. Wir hatten Glück mit unseren „blauen Augen“, brauchten nur 2,5 h/Tag und kamen trotz einem Regen- und Pausentag gerade gut darüber.
Es gibt zahlreiche kleine „Customs“ Zollstellen auf den Inseln verteilt. Dafür unbedingt das „Inward Declaration and Cruising Permit for private aircraft entering the Bahamas“ beim ersten Einreisezoll ausstellen lassen, das dann auf allen Insellandungen jeweils vom Zoll abgestempelt wird.
Freitagmorgen bestes Wetter folgend auf 2 floridanischen Unwettertagen. Schnellen Checkflug, online die eAPIS abgesendet, die Rückbestätigung kam prompt „Sie können jetzt fliegen . . „
Flugplan schon auf AirNavPro vorbereitet, übertragen auf den viel kürzeren Domestic statt ICAO Flugplan und online los: www.1800WXbrief.com (von Lockheed Martin Pilot Web) wo es alle Zusatzinformationen gibt wie Wetter & Co, vergleichbar mit unserem dfs-ais. Es gilt das alte US Domestic Formular und unser viel komplizierteres, etwa 2 mal so langes ICAO Formular, das zwar für Auslandsverkehr vorgeschrieben ist, aber kaum jemand benutzt (bisher).
O.K., Flugplan ist angekommen, habe extra nochmal 1800wxbrief per Telefon angerufen, um sicher zu gehen, dass auch wirklich alles registriert wurde, und es auch mit dem Wetter keine Missverständnisse gab. Als Antwort kam eine eher fragliche Stimme, ist doch alles klar, warum fragen Sie noch. „Na ja, um als Europäer evtl. Missverständnisse mit dem Wetter auszuschließen.“ O.K. O.K. Danke und schönen Flug.

Los geht´s.

Auf diesen zwar großen aber unkontrollierten Plätzen in den USA gibt es eben keinen Controler, der den Flugplan aktivieren kann. Unsere Zuständigkeit ist das nördliche St.Petersburg, aber wir flogen südlich und schwups waren wir ausser Reichweite in der geringen Höhe. Wo jetzt den Plan eröffnen, und ohne, über soviel Wasser, raus in die 3. Welt - nicht gut. Es gibt ja genug Frequenzen rundherum. Miami Service wurde empfohlen von Sebastian querab. Please activate... and flight following - mit Kennung bestätigt - alles prima. Küste runter und in Höhe West Palm Beach gen Osten in die See. In erstaunlich kurzen etwa 30 Minuten „Land in Sicht“ - Westport - Wie im Traum - fast unwirklich in diesen endlosen „50 shades of“ Türkis und Blau. Vorbei an Westport und Freeport mit seiner Kontrollzone, mal reinhören. Im nördlichen Bogen über Spanish Cay entlang der östlichen Abacoküste vorbei am Treasure Cay Richtung MarshHarbour. Ganz schön Traffic dort. Es gilt untereinander zu hören und zu sprechen: Wer, Wo, Wohin in knappen Worten ohne jedes Brimborium, selbst die 1 vor der Funkfrequenz wird meist weggelassen. Und so schnell oder langsam wie man spricht, bekommt man meist auch die Antwort, soweit überhaupt nötig.
Es gibt zwar einen modernen Tower am Platz in Marsh Harbor, der ist aber nicht besetzt, also kein Controler, also sich nur untereinander mitteilen. Ein Jet und eine Zweimot vor uns, und schön mit Verlängerung ins Final 27. Cherokee FBO war gut zu finden.
Geschafft, den ersten und  spannendsten Abschnitt in 2:20 h, fantastisches Wetter und paradisisches Januar Klima.
Am Boden prompter Service mit Golfcart und Benzin. Zoll mit hübschen, fast verlegenen Zöllnerinnen. Schnell zum Telefon, um den Plan zu schließen, das passiert nicht von selbst. Schöner kleiner airconditioned Pilot-room mit allem was man braucht: freies Telefon und Nummern, PC´s mit Wetterdienst und W-Lan.
„Miami N5359K wanne close my flight plan“ - „Wer, was, wo ? Flugplan liegt zwar vor, aber nicht aktiviert! Wo hast Du aktiviert?“ -  „Miami Service“ - „Ja wissen Sie, die machen das nicht gerne für VFR, zwar following aber nicht immer aktivieren des Flugplans. Besser Sie melden sich in Zukunft bei Miami Center.“ - Auch nett, flogen wir also ohne Flugplan, dabei wollten wir doch gerade übers Wasser alles richtig machen.....
Der entgegenkommende  FBO Service transportierte uns und ´s Gepäck, tankte und parkte unser „Baby“ für die Nacht.
Übernachtung? kein Problem. Sie pfiff ein Taxi Minibus ohne Kennzeichnung heran, und die Paulette fuhr uns zielbewusst zu einem Motel, gefragt wurde nicht. Marsh Harbour ist klein und gehört zur 3. Welt. Wenn dort auch die Übernahme vieler Charterschiffe läuft ist das Dorf dennoch klitzeklein. Auswahl gibt es kaum. Gegenüber beim deutschen Fahrradverleih die Schlüssel holen. Schattiger Raum mit einer Leuchtstofflampe, gefliester Boden, etwas angerosteten Möbeln, aber sauber. Ein Schock nach den fünf Sternen in Las Vegas, dazu etwa genauso teuer. Aber mit dem Bewusstsein „Karibik“ völlig in Ordnung. Schlimmer kamen uns die Preise und Qualitäten in Florida entlang der Küste vor. West Palm Beach z.B. äusserst lausig, überfüllt und abnormal teuer, Hauptsaison. Gen Norden wurde es da etwas besser.
Marsh Harbor „Main street“ vor der Tür am Yachthafen war in etwa 15 Minuten auf und ab gelaufen. Es gibt zwei - drei Bar&Grills mit lecker Fisch, Trinken und fantastischem Sonnenuntergang in milder Luft, an die man sich unglaublich schnell gewöhnen mag. Am nächsten Morgen, nach einigen Stromausfällen und im WLAN und der online Flugplan Buchung bringt uns die selbe Taxifahrerin zurück zum Flugplatz mit Stop beim Bäcker fürs karge Frühstück.
22 Gallonen Benzin a 6$ bezahlen (die Stunde Checkflug in Florida war noch mit drin) und die „Bahamas Gebühren“ für Flugzeug nach Gewicht und pro Person, ca. 75 $ komplett.
Das zerbrochene und ausgeschlachtete Flugzeug dort auf der Wiese hinter uns kam bei zu schlechtem Wetter rein, es war O.K. (0.K.illed) - „ich war´s nicht“.
Flugplan online nach New Bight (ohne Tankstelle) auf Cat Island und via Nassau in der Luft aktiviert.
Weiter südlich entlang der östlichen Abaco Küste. Überfliegen unter 2000 Fuß ist auf Abaco nicht erlaubt. Wir flogen gerne so tief wie möglich, um viel zu sehen, und zu sehen gab es Überwältigendes. Ausgenommen für die Hüpfer zur nächsten Gruppe stiegen wir auf etwa 3-4tsd Fuß. Eleuthera kam, und North Eleuthera hatte neben Marsh Harbour, Staniel Cay und evtl. noch Stella Maris den meisten Funkverkehr. Kreuz und Quer über die Inselgruppe bis zur nächsten Cat Island. Die Kameras wirbelten nur so im Kreis. Wir folgten Dave´s Empfehlung in New Bight auf Cat Island zu übernachten. Wunderbar die Mischung auf dem kleinen Flugplatz zwischen dritter Welt und Paradies. Das kleine Flugplatzzimmer zum Flugplan schließen mit freiem Telefon und nebenan der Zöllner zum Abstempeln unserer Cruising permit.  Im acht Minuten entfernten Fernandez Bay Village mit dem langen Sandstrand fühlte man sich vom ersten Moment an wie zuhause. Eine amerikanische oder britische Familie baute die Anlage in den Siebzigern, die erwachsenen Kinder wurden dort geboren und haben den Betrieb mit viel Engagement mittlerweile übernommen, Pilotrates werden angeboten, und die kleinen Häuschen mit Bad im Freien sind extrem attraktiv, sauber, gepflegt,  und idyllisch gelegen, nicht billig - aber don´t miss it.
Dann käme eigentlich San Salvador dran, Columbus´ first entry, und wir haben uns das echt spannend vorgestellt mit dem geschichtlichen Hintergrund und soweit draußen, im äußersten Süd-Osten, aber leider nur eine Massentourismus Insel mit Club Med, Robinson Club und anderen gigantischen all inclusives. Laut Karte gab es dort wohl Sprit, aber laut Buch dann nur Jet A1. Also lieber direkt gen Süden über „Little San Salvador“ mit zwei riesigen vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiffen und hunderten an Land kutschierten Badegästen zum Strandtag -  weiter nach Stella Maris auf Longisland zum Tanken. Stella Maris, eine „alte“ deutsche Anlage mit Sprit (für 6,40 $/gal) und Zollstempel. Noch etwas weiter südlich Long-island entlang in niedrigster Höhe zum unersättlichen Sehen und Genießen. Der Wendepunkt war auch unser südlichster auf dieser TT TraumTour. Wieder gen Norden und Höhe gewinnen, fürs Rüberhüpfen zu den Exumas. Das war eine der pittoreskesten Strecken in 4500 Fuß um die Wolken herum mit den weit mehr als 50 „shades of turquoise“ unter uns.
Die Exumas mit ihren „unzähligen“ großen und kleinen Inselchen sind wohl die Spannendsten für ein Robinson-Crusoe-Leben im Paradies. Da liegt am nördlichen Ende Normans Cay, von der ich seit „ewig“ vom „Bahamas probieren“ träumte. Mal 1-2 Tage sich dort in die einzigen 3 Hütten am Strand einbuchen. Das war unser Plan für diesen Tag, und für Morgen war schlechtes Wetter angesagt, also gute Hoffnung tatsächlich mal 2 Nächte dort zu verbringen. Übrigens werden von den etwa 700 Bahamaenischen Inseln nur 30 bewohnt.
Der kleine Normans Cay war früher mal der größte Drogen-Umschlagplatz der Welt zwischen Südamerika und den USA mit Landebahn, und Schiffstankstellen. Dort organisierte sich Carlos Lehder mit seinem Medellin Drogenring laut Wikipedia 1984 zum weltweit größten Schmuglerring mit 250 - 300 Millionen Ertrag pro Jahr und  74% des gesamten USA Imports an Kokain. In den 70ern kaufte Lehder große Teile von Normans Cay auf, verjagte den Rest und installierte dort den größten Verteilerposten mit Landebahn und Miliz für große Flugzeuge aus dem Süden (eins davon (DC3) im Wasser abgestürzt nebenan und heute beliebtes Taucherziel, siehe Foto) und für kleine Flugzeuge, um die Drogen unterhalb des Radars an der US-Ostküste bis New York zu verteilen. Bekannt für sagenhaft ausschweifendes Sodom und Gomorrha mit einem Vermögen von geschätzten 2,5 Milliarden $ bevor er geschnappt wurde.  „However, Lehder was not just legendary for his tax-free earnings, but also his social activities on Norman’s Cay. One of his long-time associates described the frequent orgies as follows: “Five males, 10 females and everybody runs naked and everybody switches partners and everybody drinks and smokes marijuana, and alcohol, and three days of Sodom and Gomorrah.”
Diese Zeiten waren dann irgendwann vorbei, und ein sympathischer amerikanischer „Drogenpolizist“ mit seiner Beech Bonanza V-tail plus Hangar wurde dort installiert nebst dem schönen Bar & Grill „Mc Duffs“ incl. drei Gäste-Cabins für Segler und Vorbeifliegende. Damals war es Heidi, die dort für Drinks und ordentliche Hamburger sorgte. Heute, nach etlichen Besitzerwechseln, wurde es von Öl-Investoren vom Feinsten restauriert, mit professionellem, freundlichem einheimischen Personal verwaltet, mit fantastischer Küche und Bar. Allerdings zu sündhaft teuren Preisen aber ohne Kundschaft, ausser den Bauarbeitern und Tageskunden der Segelboote. Wir konnten ordentlich handeln und genossen dort so ziemlich die paradiesischste Bahamienzeit ganz alleine ohne andere Gäste aber mit ~10 Bediensteten. Leider wandelte man die romantische kleine Insel um in eine gigantische und eingezäunte Riesen-Landebahn von Anfang bis Ende, und aus dem Rest der Insel baggert man zur Zeit eine Marina aus. Gespannt was dort in Zukunft entstehen soll.
Nach dem Sturm und Regentag auf lovely Normans Cay, an dem wir sehen konnten, wie sich das türkisene Farbenspiel schnell in ein bootsfeindliches Sturmtief wandelte, geht´s weiter zum Endspurt. Aufwärts rüber nach Eleuthera zurück nach Marsh Harbour auf Abaco, um dort die Ausreise, ADIZ und US Immigration einzustielen.
Nach wundervollen Sonnen-Meer und Farbenspielen im Anflug auf Marsh Harbor gab uns eine Citation den Vorrang, nachdem wir eine 3-60 anboten. Ist das nicht nettes Fliegerleben? Um so schneller natürlich runter was das Zeug hält und Runway vacaten - Mein Nebenan bezweifelte, ob wir das schaffen, aber mit Cessna 172 ist fast alles möglich. . .
Volltanken 180 $ (nur um nicht rechnen zu müssen und sicher zu gehen), Departure Tax 2 x 29 $ und 0 $ für Landing Fee Single Engine private aircraft less than 6000 LBS. eApis und Flugplan aufgeben, telefonieren mit Miami Center und dem US Zoll mit Ankunftszeit in Fort Pierce am Telefon absprechen mit Intitialien des Zöllners. Vorsichtshalber gleich einen Transponder-Code von Miami Center rausgeluchst, wozu der Controler ziemlich lange suchte und prüfte. Und ab die Post 09, wie gehabt hören und sprechen. Im großen schönen nordöstlichen Bogen um Abaco und seine wunderbare Welt, nördlich entlang von Grand Bahams Isls. vorbei an Freeport und Westport Dann begann das schwitzen. Tatsächlich bekamen wir erst in 6000 Fuß und knapp vor der ADIZ Kontakt und einen neuen Transponder Code. Auch vorher nachfragen in Freeport gab keine andere Auskunft als Miami Center und abzuwarten. Aber es klappte perfekt. Dieses Mal waren wir flight plan routed und man fragte auch, welchen Kurs entlang der Küste wir mögen, und ob wir die Kontrollzonen entlang der Küste kreuzen. Im Anflug auf Ft Pierce fehlten uns natürlich die lokalen Meldepunkte, also etwas mehr quatschen.
Nach der Landung „back home“ zum Zoll mit der großen US Fahne, Türen auf, und die Karten flogen nur so davon, ganz schön windig, beim Rennen verlor ich meine Sonnenbrille auf dem Beton, brauche eh endlich eine Neue. Beim Zoll alles Gepäck auf einen Wagen packen. Zwei Officer warteten alleine auf uns, einer nach dem anderen bitte mit Pass und Zoll-Einfuhrpapier (Familie nur eins). Dann mit dem Gepäckwagen zum nächsten Beamten Gepäck durch´s X-Ray, die Handtasche wurde vergessen, und meine dumme Frage, „was wenn jemand etwas in den Flugzeugkontrollklappen versteckt hätte“ wurde lakonisch beantwortet mit „You´re the pilot - you´re responsible“. Niemand kontrollierte das bei uns im Gegensatz zu Freunden, wo das komplette Flugzeug vor Jahren gefilzt wurde. O.K. bloß weg. Ziemlicher Seitenwind an der Atlantikküste, großer Flugplatz, Groundcontrole, Start gen Osten aufs Wasser und straffer Funk. „Nein, nicht direkt links sondern gerade aus N5359K!“ Bestätigt. Danach links ab nach Norden O.K. und der folgende Vero Beach genehmigte prompt den Durchflug entlang der Küste. Landen auf Valkaria mit den drei Bahnen ohne Controler war nicht ganz eindeutig, weil der Wind genau zwischen zwei Bahnen blies. Aber das ist das Schöne an der Freiheit dort zu fliegen. Du fliegst so wie Du willst, natürlich immer aufmerksam mit Gehör und Mikro. Pünktlich nach 12,9  Flugstunden vor dem Hangar in Valkaria abgeparkt und ins Auto umgepackt. Die Hallen dort sind stets offen, Schlüssel abgelegt, Dokumente ausgefüllt, und weil´s so schön war, mit dem Instructor und seiner Freundin zum Abendessen verabredet. Um den Stress mit der amerikanischen Routine, Sprache und Lizensierung nebst der Distanz übers Wasser, nur um in die Bahamas Rüberzukommen zu vermeiden, wäre es einfach toll, jemanden in den Bahamas direkt zu finden, der dort verchartert und checked, zumal der Anflug nach Nassau kaum teurer ist als nach Miami. . . .
www.bahamasflyer.com will sich darum bemühen.  Can´t wait auf ein nächstes Mal. Passend dazu lief gerade auf ARTE die 5teilige Dokumentation „Im Banne der Bahamas“ mit den einzigartigen Naturgegebeneheiten dort. Es lohnt sich nicht nur, es ist geil! Tasso & Janin tasso(at)tasso.com

Copyright © 2026 Silke Bötzel
Design by Simple Website Templates